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U15 in Dresden - 2 Spielerinnen vom ECB dabei ! |
| 29.12.2010 |
| News >> 2. Liga Nord |
Was passiert, wenn 17 Spielerinnen und 2 Torhüterinnen, die noch nie zusammengespielt haben, die meisten sich noch nicht mal kennen, zu einem internationalen Knabenturnier geschickt werden und mit Susann Götz die verantwortliche Trainerin der U15-Nationalmannschaft dazu kommt?
Richtig! Sie zeigen der männlichen Konkurrenz, wie man mit Teamgeist, Disziplin und durch Umsetzung taktischer Vorgaben gutes und erfolgreiches Eishockey spielt.
Dies wurde beim Skoda-Cup 2010 in Dresden von den Mädchen der „German Girls Selection“ (GGS) wieder einmal eindrucksvoll unter Beweis gestellt.
Fünf Spiele innerhalb der zwei Turniertage gegen starke nationale und internationale Konkurrenz galt es zu bestreiten. Die Spielzeit war auf 2 x 20 Minuten durchlaufende Zeit festgelegt, was im Laufe des Turniers eine Mannschaft besonders schamlos ausnutzen sollte, aber dazu später.
Die Auftaktpartie des Turniers bestritten die Mädchen gegen den tschechischen Vertreter vom HC Decin. Nach kurzem Abtasten in den Anfangsminuten sah man dann die ungläubigen Blicke der tschechischen Trainer zur Anzeigetafel. Innerhalb kurzer Zeit hatten Celine Breite (2) und Emily Nix die GGS mit 3:0 in Führung gebracht. Auch im weiteren Verlauf blieb die Partie ausgeglichen mit Chancen auf beiden Seiten. Leider sprang dabei nichts zählbares mehr für Mädchen heraus, wogegen Decin noch zweimal jubeln konnte.
Am Ende blieb es jedoch beim 3:2-Sieg und den ersten beiden Punkten auf der Habenseite.
Ein weiterer Punkt war dann nach jedem Spiel beim Penaltyschießen mit je drei Schützen zu verdienen. Auch hier konnte sich die GGS durchsetzen. Den Treffern von Lara Fischer und Dana Reimann hatten die Tschechen nur ein Tor entgegenzusetzen.
Im zweiten Spiel ging es gegen den ECC Preussen Juniors aus Berlin.
Mit dem Rückenwind des Auftaktsieges übernahmen die Mädchen sofort das Kommando auf dem Eis. Bis zur Pause war bereits eine deutliche 3:0-Führung erspielt, die auch nicht mehr aus der Hand gegeben wurde. In der zweiten Hälfte trafen beide Teams jeweils zweimal zum 5:2- Sieg der GGS. Als Torschützen konnten sich Muriel Scheuerlein (2), sowie Lara Fischer, Jenny Schuster und Tamara Lan Yee-Chiu auszeichnen. Der Zusatzpunkt musste dann den Berlinern überlassen werden. Nur Lara Fischer konnte bei zwei Gegentreffern ihren Penalty verwandeln.
In der letzten Partie des ersten Tages war Gastgeber ESC Dresden der Gegner. Es ging wieder richtig gut los als Celine Breite bereits nach 13 Sekunden die Führung erzielte.
Auch in der Folgezeit war die Mädchenauswahl mit guten Kombinationsspiel klar das bessere Team, konnte aber gute Chancen nicht nutzen. Wahrscheinlich muss es dann wirklich immer so kommen, denn plötzlich und wie aus heiterem Himmel lag Dresden 2:1 in Front. Trotz intensivster Bemühungen konnte die Niederlage nicht mehr abgewendet werden. Alle anschließenden Penalties waren sichere Beute der Goalies.
Mit zwei Siegen und einer Niederlage konnte zwar nach Tag 1 ein positives Fazit gezogen werden, doch die unnötigen Punktverluste gegen Dresden lagen doch etwas schwer im Magen.
Am zweiten Tag warteten mit der U14 Sachsen und dem HC Most (CZ) die beiden körperlich stärksten Mannschaften auf die Mädchen. Jedem war klar, dass es hier sehr schwer werden würde weitere Punkte zu sammeln.
Zuerst ging es dann gegen den späteren Turniersieger, die U14 Sachsen.
Nach dem harten Programm des Vortages und der läuferischen und spielerischen Überlegenheit der Sachsenauswahl musste man das Schlimmste für die GGS befürchten.
Doch von der ersten Minute an hellwach und zu allem bereit scheuten die Mädchen keinen Zweikampf, hielten die Mittelbahn geschlossen und machten den Raum vor dem eigenen Tor eng. Immer wieder gelang es den Spielerinnen den Puck über die Bande in die neutrale Zone zu befördern. Viele Schüsse der sächsischen Stürmer wurden sichere Beute der starken Torhüterin Dominique Quint.
Als Marie Golbs in der 15.Minute dann sogar bei einem der wenigen Konter allein aufs gegnerische Tor zulief, hätte der Spielverlauf komplett auf den Kopf gestellt werden können.
Doch Mitte der zweiten Hälfte war es dann doch passiert als der Puck unhaltbar unter der Latte einschlug.
Mehr ließen die Mädchen dann nicht mehr zu und am Jubel der U14 Sachsen nach der Schlusssirene merkte man, wie schwer sie sich diesen Sieg erkämpfen musste.
Leider ging auch der Zusatzpunkt an die Sachsen, die 1:0 das Penaltyschießen gewannen.
Interessant die Konstellation vor dem letzten Spiel gegen Most.
Ein Sieg plus Zusatzpunkt hätte für die GGS Platz 2 bedeutet. Ein Sieg nach regulärer Spielzeit hätte für Platz 3 gereicht.
Dementsprechend motiviert gingen die Mädchen in die Partie. Kein Zentimeter Eis wurde kampflos abgegeben und in der ersten Hälfte entwickelte sich eine ausgeglichene Partie mit Chancen auf beiden Seiten. Tore waren jedoch Fehlanzeige.
Als der HC Most nach fünf Minuten in der zweiten Hälfte etwas schmeichelhaft die Führung erzielte, schlug die Tücke mit der durchlaufenden Spielzeit voll zu.
Da die Tschechen kaum noch aus dem eigenen Drittel herauskamen und gegen die mit viel Herz anrennenden Mädchen kaum noch ein Rezept hatten, griffen die Trainer unter dem immer lauter werdenden Pfeifkonzert in der Halle zu unsportlichen Mitteln. Mal schickten sie bei einer Unterbrechung sechs Spieler aufs Eis, mal begannen sie mit dem Wechsel erst als die Mädchen fast wieder in der Aufstellung standen, ihr Einfallsreichtum zur Spielverzögerung schien fast unerschöpflich. So wurden nicht nur Sekunden, sondern in der Summe Minuten herausgeschunden, was die unverdiente Niederlage der GGS begünstigte.
Doch selbst als nach der Schlusssirene die tschechischen Spieler an der Spielerbank mit unsportlichen Gesten vorbeiliefen, zeigten die Mädels Größe und Charakter, indem sie nur ein müdes Lächeln für den Gegner übrig hatten. Sie wussten, dass sie die moralischen Sieger der Partie waren und mit ihrer Leistung alle Zuschauer in der Halle auf ihrer Seite hatten.
...und am Ende lagen sich die Mädchen dann doch noch in den Armen. Jenny Schuster hatte den entscheidenden Penalty verwandelt und somit zwar keinen entscheidenden Punkt, aber den wohl meist gefeiertsten Punkt des Turniers geholt.
Bei der abschließenden Siegerehrung wurde die „German Girls Selection“ mit dem Fair-Play-Preis ausgezeichnet und erhielt für den 4.Platz ein kleinen Pokal.
Dominique Quint wurde als beste Torhüterin des Turniers ausgezeichnet.