Selten gab es eine ungerechtere Niederlage für den ECB als am Samstagnachmittag in Memmingen. Ungerecht, da Bergkamen mehr in das Spiel investierte und mit nur 12 mitgereisten – mehr oder weniger gesunden – Spielerinnen eine äußerst couragierte Leistung bot. Im ersten Drittel war es noch ein einigermaßen ausgeglichenes Spiel mit nur leichten Feldvorteilen für die Bärinnen. Das Chancenverhältnis gestaltete sich dabei noch ausgeglichen. Nach etwas verhaltenem Beginn entwickelte sich ein gutes Spiel mit Chancen hüben wie drüben. Aber die Torfrauen Julia Graunke auf Seiten der Bärinnen sowie Franziska Albl auf der anderen Seite waren jederzeit auf der Höhe und konnten alle Schüsse entschärfen.
Die Ansprache von Robert Bruns in der ersten Drittelpause schien gefruchtet zu haben. Die Bärinnen legten richtig gut los im zweiten Drittel und beherrschten die Memmingerinnen über lange Zeit des zweiten Drittels. Man musste fast Angst haben das Julia Graunke in ihrem Kasten fest friert. Bis dann die 31. Minute kam und der ECDC in Person von Pokopec das 1:0 für den Gastgeber erzielen konnte. Das brachte einen kleinen Bruch in das Spiel der Bärinnen und Memmingen konnte in der Folge das Spiel wieder ausgeglichen gestalten. Kurz vor Ende des zweiten Drittels erhielt Nicole Schmitten eine lächerliche 2 + 10 Minutenstrafe für einen angeblichen Kopfcheck.
Das merkte man den Bärinnen im letzten Drittel auch an. Die Kraft ging den Bärinnen mit zunehmender Spielzeit aus, kein Wunder bei dem dünnen Kader. Als Marie Delarbre dann nach 46 Spielminuten das 2:0 für den ECDC erzielte, waren die Memmingerinnen sich des Sieges bereits sicher. Die Schiedsrichter waren es dann die für die geschlagene Torhüterin Albl gegen Mitte des letzten Drittels „retteten“. Der Puck zappelt nach einer schönen Einzelleistung und feinem Schuss von Britta Schröder im Netz, springt wieder aus dem Tor heraus und das gesamte Eisstadion, inklusive der Memmingerinnen, wartet nur auf den Pfiff. Die Schiedsrichter sahen es jedoch anders und so blieb der Pfiif aus.
„Das wäre dann sicherlich nochmal interessant geworden“ so Trainer Robert Bruns nach dem Spiel. „Wenn selbst Memminger Spielerinnen nach dem Spiel bestätigen, dass dieser Schuss eindeutig im Tor war, kann man wohl nicht von einer Sicht durch die Bergkamener Brille sprechen. Aber auf der anderen Seite wollen wir auch nicht herum jammern oder diese eine Situation als Grund für die Niederlage vorschieben. Wenn wir unsere klare Überlegenheit zu Beginn des zweiten Drittels in Tore umgemünzt hätten, wären wir gar nicht in die Situation geraten.“
So kam es also anders, in den letzten Minuten des Spiels passierte nicht mehr allzu viel, auch wenn die ECB-Damen noch einmal alles in die Wagschale geworfen haben, es half nichts, dass Spiel ging mit 2:0 verloren.
Beim zweiten Aufeinandertreffen am Sonntagmorgen, musste Trainer Robert Bruns die Mannschaft beim Frühstück noch einmal umstellen. „Die Schmerzen bei Sandra Rumswinkel sind über Nacht noch schlimmer geworden, ein Einsatz würde keinen Sinn machen.“ Erläuterte Co-Trainer Arno Deutsch nach dem Spiel. Doch noch bevor die Bärinnen diese Umstellung umsetzen konnten und sie richtig ins Spiel gekommen sind, stand es bereits zwei zu null für den ECDC Mamingen. Diese erzielten bereits nach 31 Sekunden das 1:0 durch Kathleen Smith nach Vorarbeit von Julia Seitz und nach genau 4:00 gespielten Minuten schloss die Kanadierin Erin Normore einen Alleingang mit dem 2:0 ab. Das schien Weckruf genug für die Bärinnen gewesen zu sein, fortan kamen sie besser ins Spiel und kamen ihrerseits zu einigen sehr guten Einschussmöglichkeiten, die aber allesamt ungenutzt blieben. Zum Ende des ersten Drittels spielte sich wiederum der Schiedsrichter in den Vordergrund, übrigens der gleiche wie am Vortag. Der Puck liegt frei im Memminger Torraum und Maike Hanke schiebt den Puck ins Tor. Doch da war das Spiel bereits unterbrochen. Warum weiß keiner, aber der Auswärtstorefluch konnte somit noch nicht gebrochen werden und es ging mit einem 0:2-Rückstand in die erste Drittelpause.
Dennoch ließen sich die Bärinnen nicht entmutigen und sie spielten weiter druckvoll nach vorne, einzig und allein das Tor wollte nicht fallen.
Im letzten Drittel merkte man dem dünnen Kader der Bärinnen dann endgültig den Kräfteverschleiß an und es konnten nur noch punktuell, meist durch Einzelaktionen, Angriffe gefahren werden und man konnte sich immer seltener aus dem eigenen Drittel befreien. Nach einem Scheibenverlust im gegnerischen Drittel konnte die schnelle Normore den Befreiungsschlag, diesmal noch vor dem Icing-Pfiff, aufnehmen, ließ Jule Flötgen im Bergkamener Gehäuse keine Chance und netzte zum 3:0 (50.) ein.
„Wir können hier erhobenen Hauptes aus der Halle gehen. Es sagt doch alles, das der ECDC selbst in den letzten zehn Minuten, bei einer 3:0-Führung, noch den Puck aus der Gefahrenzone schlägt und „Icing“ macht, bevor wir noch irgendwie ein Tor erzielen und so wieder ran kommen könnten.“ So Trainer Robert Bruns nach dem Spiel.
